Klassenstufe 9 – 13
Die Demokratie stellt die Mittel bereit, sich selbst abzuschaffen. Deshalb muss sie wehrhaft bleiben – und dabei ist jede und jeder von uns gefragt, denn: Demokratie, das sind wir alle. Dieser Song, entstanden im Jahr 2019, thematisiert, wie Passivität und Schweigen dazu führen kann, dass demokratiefeindliche Kräfte erstarken. Also lasst uns laut sein!
Text & Musik: Oliver Gies
Audio-Produktion: Lukas Teske
Remix & Mastering: Christoph Hiller
Unterrichts-Konzeption: Christine Heiss & Maria Heiss
Videoanimationen Lyrics-Video: whydobirds.de
Musikvideo: peach-cherry.de
Zu spät gebor’n, um irgendwas auszusteh’n gehabt zu haben,
alles im Fluss und nichts im Weg.
Das Aufbegehr’n tief in der Unbefangenheit begraben,
meinungsfrei als Privileg.
Der Tisch gedeckt, jeglichem Luxus einfach zugeflogen,
den Kopf Sand unter meditiert.
Ein Leben lang nur zur Bewegungslosigkeit erzogen,
der Pflicht entbunden und sediert.
Doch es zeigt sich, dass wir Geister riefen,
derweil wir so behütet schliefen,
die, eingeflüstert von Souffleuren,
Vergangenheit heraufbeschwören.
Darum lass uns laut sein!
Erst, wenn man uns hört, dann werden wir geseh’n.
Lass uns laut sein,
um uns nicht ans Schweigen zu gewöhn’n.
Nein, wir müssen laut sein,
was einmal war, darf nicht nochmal gescheh’n.
Lass uns laut sein,
um all den Hass und all die Wut zu übertön’n.
Sie woll’n verführ’n, antworten simpel auf komplexe Fragen,
indem sie and’re diffamier’n.
Durch off’ne Tür’n befeuern sie Ängste und verlog’ne Klagen,
um sich als Opfer zu inszenier’n.
Umso mehr verfang’n sich in den Netzen,
je greller sie krakeel’n und hetzen.
Und wer versucht, sie wegzuschweigen,
den werden sie sich einverleiben.
Also lass uns laut sein!
Erst, wenn man uns hört, dann werden wir geseh’n.
Lass uns laut sein,
um uns nicht ans Schweigen zu gewöhn’n.
Nein, wir müssen laut sein,
was einmal war, darf nicht nochmal gescheh’n.
Lass uns laut sein,
um all den Hass und all die Wut zu übertön’n.
Wer nur im Gestern lebt und Mauern baut,
der duckt sich, weil ihm vor der Weitsicht und dem Morgen graut.
Doch Fakt ist: Alles ist vergänglich, nur der Wandel hat Bestand.
Und wer sich weigert, das zu sehen, fährt die Welt gegen die Wand.
Die Zukunft kommt – und sie macht nicht Halt an irgendwelchen Grenzen.
Darum lass uns laut sein!
Zeigen wir, dass mit uns zu rechnen ist.
Lass uns laut sein
gegen den Wirklichkeitsverlust.
Ja, wir müssen laut sein,
gegen die Niedertracht und Hinterlist.
Lass uns laut sein,
damit niemand sagen kann, er hätt’ von nichts gewusst.
Laut sein,
wir setzen uns gegen Hass und Wut zur Wehr.
Lass uns laut sein,
damit wir uns nicht alleine fühl’n – denn wir sind mehr.
© Oliver Gies
Alle Materialien stehen zur kostenfreien Nutzung im Unterricht bereit.