Wie es geht

Schau ich aus dem Fenster beim Eisenbahnfahr'n
hab ich ein Gefühl, in mir ist Gewühl,
meldet sich in mir der suizide Wahn,
klopft mir das Herz, der Kopf bleibt kühl.

Und ich berechne die Potenzialität,
ob es geht, wie es geht, ob es geht.

Wenn bei guten Freunden im achtzehnten Stock,
oben in der Höh, bei Plausch und Kaffee,
wenn es in mir drängt, mich nach unten lockt,
wenn vom Balkon aus ich nach unten seh,

erwäge mir die Eventualität,
dass es geht, wie es geht, dass es geht.

Ach, ich brauche soviel Sicherheit,
was meinen Tod betrifft:
Messer oder Strick, U-Bahn oder Gift?
Denn ich kann es ja nur einmal treiben,
oh, wie peinlich wär’s, am Leben zu bleiben.

Völlig durch den Wind, bin total konfus,
werd’ ich gefragt - gefragt, wie es geht,
sag’ ich, dass ich noch recherchieren muss,
ich berechne die Potenzialität.

Die Pharmazie ist nicht mehr, was sie mal war,
ich werd’ 100, werd’ 100 Jahr’.

Ach, ich brauche soviel Sicherheit,
was meinen Tod betrifft:
Messer oder Strick, U-Bahn oder Gift?
Denn ich kann es ja nur einmal treiben,
es wird nie wieder sein.

Lieber doch am Leben, lebendig bleiben,
als Sterben – und dann war’s nichts, oh nein.
Ich brauch’ so viel Vertrauen, so viel Sicherheit,
ich recherchiere noch, es ist noch nicht soweit.
Mein Tod, es ist noch nicht soweit.

Ich berechne die Potenzialität,
ob es geht, wie es geht, ob es geht.
Ja, ich berechne die Potenzialität,
ob es geht, wie es geht, ob es geht.

zu hören auf „maybebop – Immer für dich da“
© Friedhelm Kändler