Wenn die Spannung der Entspannung weicht,
wenn sich alle Krämpfe lösen,
wird das Atmen endlich wieder leicht.
Du guckst, als wäre nichts gewesen.
Du drehst dich zu mir und sagst „Danke, Schatz.“
Kann dich fast immer noch nicht hören.
Der Blutrausch in den Ohren macht wieder Platz
für die Wirklichkeit, als würd’ ich wiederkehren
aus einer Welt, jenseits von Gut und Böse,
von der ich mich langsam aber sicher löse.
Ich schaue in dein lächelndes Gesicht
und so richtig glaub ich’s immer noch nicht.
Warum mussten wir gerade in den fünften Stock zieh’n?
Hochparterre tut’s doch auch.
Warum ausgerechnet in die Endetage flieh’n?
Und warum trage ich jedes Mal
den ganzen Einkauf?
Du findest es hier oben wunderschön
über den Dächern dieser Stadt.
Dafür muss man doch nicht jeden Monat Miete löhn’n,
das kannst du günstig haben wenn du anstatt
einfach auf `nen Kirchturm steigst
und dir Ansichtskarten kaufst und mir alles zeigst
wenn du nach Haus kommst
in unsere Kellerwohnung.
Warum mussten wir gerade in den fünften Stock zieh’n?
Hochparterre tut’s doch auch.
Warum ausgerechnet nach ganz oben geh’n?
Da unten ist das Gras viel grüner,
das Leben schicker,
man fühlt sich jünger.
Und ich hab nicht mehr jeden Tag
diesen höllischen Muskelkater.
Warum mussten wir gerade in den fünften Stock zieh’n?
Hochparterre tut’s doch auch.
Warum ausgerechnet in die Endetage flieh’n?
Und warum trage ich den blöden Einkauf?
Warum mussten wir gerade in den fünften Stock zieh’n?
Hochparterre tut’s doch auch.
Warum ausgerechnet nach ganz oben geh’n?
Damit ich’s schaffe beim nächsten mal nehm’ ich schon mal Anlauf.
zu hören auf „maybebop – Immer für dich da“
© Jan Bürger