Epilied

Von eigner Schönheit, grausam ist die Kunst
Gleich des Spinnenweibchens Liebesspiel
Das seinen Gatten nach der Liebe Gunst
Auffrisst – die Kunst verlangt so viel

Zauber des Beifalls, es tönt der Applaus,
Gleich der Sirenen magischem Gesang,
Doch hinterher, wenn die Vorstellung ist aus,
Bin ich so allein und frag mich bang:

Ob ich heut vielleicht mal einen Groupie kriege?
Wenn ich daheim auf meinem Diwan liege,
Hab alles gegeben, bin so erschöpft,
Wünsch mir nur das eine: dass es klöpft,
Dass es klopft
Und ein Engel, ein Engel tritt herein
Und sagt: Danke für die Kunst, ich bin dein.

All meine Lieder haben nur den Sinn:
Werben um dich, bist du hier, hier?
Du, darum ich doch hergekommen bin,
All mein Gesang, er gilt nur dir.

Manchmal da fürcht’ ich, fürcht mich so sehr,
Denn wärst du am Ende nur Illusion,
Ach, mein Engel, ich sänge nimmermehr.
Was soll’s, dass in Ruhmes Elfenbein ich wohn?

Ob wir heut vielleicht mal ein paar Groupies kriegen?
Wenn wir daheim auf unser’m Diwan liegen,
Haben alles gegeben, sind so erschöpft,
Wünschen, träumen, sehnen, dass es klöpft,
Dass es klopft
Und ein Engel, ein Engel tritt herein
Und sagt: Danke für die Kunst,
Danke für die Kunst,
Danke für die Kunst,
Ich bin dein.

 

 

zu hören auf „maybebop – Immer für dich da“
© Friedhelm Kändler